yay, ein neuer One Shot! hope you like it bitchess <3
She Don’t Like The Lights – One Shot
Er unterschrieb mein Parfümfläschchen. „Girlfriend“ hieß es. Ich war schon lange nicht mehr sein „Girlfriend“. Früher hatte er bei Autogrammstunden immer gute Laune. Hat immer gelächelt, Scherze gemacht und immer alle fröhlich gemacht. Diese Zeit war vorbei.
„Welcher ist dein Lieblingssong vom Album?“, fragte er, ohne aufzuschauen, während er auch noch meine CD signierte.
„She Don’t Like The Lights“, antwortete ich, ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen.
„Schönes Lied.“, er lächelte, aber seine Körpersprache sagte mir genau das Gegenteil. „Wie heißt du?“, fragte er, wahrscheinlich um eine Widmung zu schreiben.
„Marisa.“, antwortete ich. Bei diesem Namen schnellte sein Kopf nach oben. Als er mein Gesicht sah, blieb sein Mund offen stehen und seine Augen weiteten sich.
„Oh mein Gott.“, war alles was er herausbrachte. Sein Gesichtsausdruck wechselte von überrascht zu traurig aber irgendwie auch glücklich. Seine Stirn legte sich in Falten. Kenny sah jetzt zu mir rüber. Auch er sah überrascht aus, mich zu sehen.
„Was.. Was machst du hier?“, stotterte Justin.
„Mir dein Autogramm holen.“, grinste ich. Als ich seinen Gesichtsausdruck sah, verging mir das Lachen. „Ich war in der Stadt und hab dann die Plakate gesehen und irgendwie bin ich dann hier gelandet, ich weiß selbst nicht so genau wie oder warum…“, erklärte ich.
Für ein paar Sekunden sagte er gar nichts. Doch dann winkte er einen Sicherheitsmann herbei. „Willst du vielleicht hinten auf mich warten?“ Ich nickte.
„Nicht ohne den Backstage-Pass.“ Der Typ guckte mich skeptisch an.
„Sie gehört zu mir, lass sie schon rein!“, sagte Justin ernst. Sie gehört zu mir. Es fühlte sich so richtig an, wenn er das sagte. Der Typ guckte immer noch argwöhnisch, öffnete dann aber die Tür hinter sich. Ich ignorierte die empörten Blicke der anderen Fans.
„Geh einfach den Gang runter und dann die zweite Tür links, da ist meine Garderobe. Es kann sein, dass du etwas länger warten musst, ich muss hier noch weiter machen.“, er blickte mich entschuldigend an. Ich nickte lächelnd. Ich würde tausend und mehr Jahre auf ihn warten, wenn ich müsste.
Ich sah ihn ein letztes Mal an, bevor er sich umdrehte und zurück zu seinem Tisch ging und die Tür sich hinter mir schloss.
Da stand ich nun, im Backstage Bereich vom Staples Center Los Angeles, und betrachtete mich im Spiegel von Justin Biebers Garderobe. Ich sah müde und abgekämpft aus. Keine Spur von Fröhlichkeit in meinen Augen.
Und dann wartete ich. Ich saß kerzengerade auf der Couch und starrte auf die Tür, als ob sie dadurch schneller aufgehen würde. Eine halbe Ewigkeit passierte gar nichts. Ich saß einfach nur da und wartete. Hinter der Tür hörte man Schritte, Menschen liefen auf und ab, hektisch, redeten über belanglosen Kram. Darüber, wie sie gleich nach Hause fahren würden, wie sehr sie sich auf ihr eigenes Bett freuen. Acht Monate waren sie auf Tour gewesen. Acht Monate hatten sie durchgehend gearbeitet, damit auch jedes Detail perfekt ist. Acht Monate hatte Justin jeden zweiten Tag Konzerte gegeben, an den anderen Tagen hetzte er von Interview zu Interview, zum Live Auftritt, zum nächsten Interview. Und heute, hier in Los Angeles, war die letzte Show gewesen.
Eine mir nur allzu vertraute Hand legte sich auf meine Schulter. Ich lächelte. Ich hatte gar nicht bemerkt wie er reingekommen war. Seine starken Hände zogen mich von der Couch hoch. Er war gewachsen, war jetzt fast einen Kopf größer als ich. Seine Haare hatte er geschnitten und sie waren mit Gel perfekt nach oben drapiert. Er sah anders aus. Aber immer noch genauso wunderschön wie früher.
Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und meine Hände auf seine starke Brust, als er mich in eine Umarmung zog.
„Es ist schön dich zu sehen“, flüsterte er.
Seine Hände lagen so fest auf meinem Rücken, dass mein Körper an ihn gepresst wurde und ich seinen Herzschlag spüren konnte. Auch mein Herz fing an schneller zu pochen. Ich sog seinen Geruch ein, meinen Lieblingsduft. Ich spürte seine Lippen leicht über meinen Nacken fahren. Es war wie früher. Bloß dass jetzt alles anders war. Ich öffnete die Augen und fasste allen meinen Mut zusammen.
„Hör zu“, murmelte ich in seine Schulter. „Ich weiß, du willst das bestimmt nicht hören und dass du bestimmt schon lange über mich hinweg bist, aber trotzdem wollte ich dir sagen, dass die letzten acht Monate eine solche Qual für mich waren. Jede Sekunde ohne dich habe ich unsere Trennung mehr bereut. Ich hab kein Auge zugetan. Ich hab unsere Fotos von meiner Wand gerissen und zerknüllt, nur um sie dann zu bügeln und wieder aufzuhängen. Ich vermisse dich. Ich vermisse uns. Und ich verstehe, wenn du mich schon abgehakt hast, aber ich habe das nicht. Ich will wieder mit dir zusammen sein. Und die Paparazzi sind mir egal. Der ganze Ruhm und das alles, das interessiert mich nicht. Sollen die mich doch fotografieren und über mich schreiben. Alles was zählt ist, dass du bei mir bist.“ Ich sah auf, um seinen stechenden Blick zu treffen. „Du bist alles was ich immer wollte.“
Er sah mich an und gab kein Wort von sich. Keine Regung in seinem Gesicht, kein Ton kam aus seinem Mund.
„Jetzt sag schon was.“ Was wenn er nicht wollte? Was wenn er mich wirklich schon vergessen hatte? „Justin… Bitte. Sag irgendwas.“ Langsam schlichen sich Tränen in meine Augenwinkel. Als er immer noch nichts sagte, liefen sie meine Wangen herunter.
Doch dann umfassten seine Hände mein Gesicht. Er zog mich zu sich heran, wollte seine Lippen auf meine legen.
In dem Moment klopfte es an der Tür. Er schreckte zurück.
„Justin“ Kommst du? Die Reservierung ist für um halb acht!“, die Tür öffnete sich und herein kam Selena. Was machte sie hier?!
Als sie mich sah rümpfte sie die Nase. „Was will die denn hier?“
„Gib mir fünf Minuten, dann komm ich nach.“, erwiderte er, ohne sich von mir zu wenden.
„Hast du schon vergessen, was sie dir angetan hat?!“
„Geh mit Fredo vor, ich komme gleich nach.“ Ich spürte wie sich seine Glieder versteiften.
„Justin, das ist doch jetzt nicht dein Ernst.“
„Sel bitte. Geh einfach.“, gleich würde er laut werden.
„Sie ist nicht gut für dich Justin.“
„Raus!“, schrie er sie jetzt an, während er auf die Tür deutete.
Sie warf mir noch einen giftigen Blick zu, dann machte sie auf dem Absatz kehrt. Du Tür knallte sie hinter sich zu.
„Tut mir Leid.“
„Du musst dich nicht entschuldigen. Sie hat ja Recht. Ich bin nicht gut für dich. Ich will deine Karriere nicht aufhalten. Ich hab dich schon einmal verletzt, am besten ich gehe jetzt einfach.“ Ich wollte mich aus seinem Griff lösen, aber er ließ mich nicht los.
„Marisa, das interessiert mich nicht. Du bist nicht gut für mich, ich weiß. Und wenn schon! Mir egal! Ich liebe dich. Ich hab dich schon einmal gehen lassen, ein zweites Mal mach ich diesen Fehler nicht.“
Ich konnte nicht glauben was er da sagte. Ich hatte damit gerechnet, er würde mich rausschmeißen und nie wieder sehen wollen. Und jetzt? Jetzt redete er von Liebe und küsste mich.
Als wir uns wieder lösten nahm er meine Hand.
„Scheiß auf die Trennung. Scheiß auf die Paparazzi. Probieren wie es nochmal?“
Das Lächeln war mir nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen. Glücklich nickte ich und fiel ihm um den Hals.
Als wir von der Halle zum Auto gingen umschwärmten uns die Paparazzi. Ich griff fester nach Justins Hand.
„Ich mag die Lichter nicht.“
„Ich weiß, baby. Ich bin bei dir.“, er zog mich näher an sich heran.
Im Wagen grinste er mich an.
„Weißt du, wir müssen nicht zu diesem Essen gehen. Da sind sowieso nur langweilige Leute.“
„Meine Mitbewohnerin ist die ganze Woche nicht da, da wären als nur du und ich, niemand anderes, nur wir zwei…“, ich biss mir auf die Lippe.
Und schon fing er an meinen Nacken zu küssen.
„Ich liebe dich.“
„Ich dich auch.“, erwiderte er murmelnd.
Und wie ich ihn liebte.